EXPO REAL 2022

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Das Team vom Messeradio ist auch diesmal wieder auf der EXPO REAL 2022 für Sie unterwegs, um die unterschiedlichsten Themen redaktionell zu bearbeiten. Wir bieten Ihnen alle Audiomaterialien, die Sie zur Produktion Ihres Beitrags brauchen. Hier im Downloadbereich stellen wir Ihnen kostenfrei unser Tonmaterial in Sendequalität (MP3) zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie uns über den Einsatz informieren.

Nachfolgend finden Sie Manuskripte und 15 O-Töne zum Download
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Nach zwei Jahren coronabedingter Pause trifft sich die Immobilienwirtschaft wieder in München auf der EXPO REAL. Dank des umfangreichen Schutz- und Hygienekonzeptes ist das Netzwerken vor Ort für Makler, Projektentwickler und Finanzierer wieder möglich. In diesem Jahr sind rund 1.200 Aussteller in München zu Gast. Die Stimmung in der Branche ist sehr positiv. Dazu der Vorsitzende der Geschäftsführung der Messe München, Klaus Dittrich.

Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München

es ist zum ersten Mal, dass sich die Immobilienbranche in so starker Besetzung trifft. Wir hören im Vorfeld große Freude, dass man sich wieder austauschen kann. Das Vertrauen in unser Sicherheits- und Hygienekonzept ist nach der IAA stark gewachsen, weil die Menschen gesehen haben, dass eine so große Veranstaltung mit über 400.000 Besuchern kann coronakonform durchgeführt werden.

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Im Mittelpunkt der Themen stehen in diesem Jahr vor allem die coronabedingten Veränderungen, denen sich die Branche zu stellen hat:


Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München

man will sich austauschen, man hat sich lange nicht gesehen, es gibt einige Konsequenzen aus der Pandemie, der Schub der Mitarbeiter ins Home Office hat in vielen Unternehmen die Frage aufgerufen, wie viel Büroflächen brauchen wir noch, das hat Auswirkungen auf diesen Teil der Immobilienbranche. Die Hotellerie wurde stark getroffen, auch der Einzelhandel ist betroffen, ganz spannend auch die Sondierungsgespräche auf der Bundesebene, da versucht die Branche auch, ihre Forderungen an den Adressaten zu bringen, um gute Rahmenbedingungen für die Immobilienwirtschaft in der neuen Regierung zu finden.

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In diesem Jahr gibt es auf der EXPO REAL wie gewohnt ein umfangreiches Konferenzprogramm mit über 120 Foren und Diskussionsveranstaltungen, viele werden heuer auch hybrid angeboten:


Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München

wir haben im Vorfeld überlegt, was kann man tun für die, die nicht vor Ort sein können, deswegen werden viele Bestandteile der Konferenzen online verfügbar sein, auch die Firmen werden ihre Veranstaltungen teilweise streamen, diese Form der hybriden Veranstaltung wird uns sicherlich noch länger begleiten.

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Daneben spielt auch das Thema Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle, so Dittrich:


Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München

das Thema Nachhaltigkeit hat nach diesem Sommer noch einmal allen vor Augen geführt, dass der Klimawandel da ist und man konsequent handeln muss, da bietet das Thema Immobilien viele Anhaltspunkte, wie zum Beispiel Energieverbrauch, Stadtplanung, das steht alles auf vielen Panels auf der Tagesordnung.

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Dank des umfangreichen Hygiene- und Schutzprogrammes kann sich die europäische Immobilienwirtschaft nach einem Jahr Pause wieder in München zum gemeinsamen Austausch vor Ort treffen. Die Welt hat sich verändert und auch die Immobilienwirtschaft hat mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen. Die Stimmung unter den Ausstellern ist zu Beginn der EXPO REAL trotzdem verhältnismäßig gut:

Frank Schrader, Managing Director Deutsche Hypo, Bereichsleiter Real Estate Finance

ich erlebe eine irre Energie. Die Vorfreude ist groß, es knistert, man sieht die Augen strahlen. Die Immobilienwirtschaft braucht diese Entwicklung; aktuell sind wir etwas dünner von den Teilnehmern, weil auch Kunden noch etwas vorsichtig sind, aber ich sehe das als Übergangsjahr in der Pandemie.

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Prof. Dr. Mariona Peyinghaus, Geschäftsführerin Competence Center Process Management Real Estate

ich denke, die EXPO REAL fällt kleiner aus, aber dadurch entsteht eine vertraute Stimmung. Ich freue mich sehr, viele Kollegen endlich wieder zu sehen

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Teilbereiche der Branche leiden immer noch massiv unter den Bedingungen in der Krise, andere wiederum gehen gestärkt heraus:


Frank Schrader, Managing Director Deutsche Hypo, Bereichsleiter Real Estate Finance

beim Bürothema, Homeoffice: es bleibt abzuwarten, wie viele Mietflächen reduziert werden, in den Top-7-Städten hat das kaum Auswirkungen, wir hatten einen schlechten Markt vor der Krise, das reguliert sich gerade; Hotelmarkt, wo der Business-Bereich kleiner wird vom Kuchen her, weil die Reisebudgets gekürzt werden von den Firmen,jetzt ist die Frage, wer setzt sich durch oder hat die private Reise so attraktiv, dass sie das auffängt.

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Professor Tobias Just hat die Auswirkungen der Pandemie auf die Immobilienmärkte untersucht. Just ist Geschäftsführer und Wissenschaftlicher Leiter des IREBS Instituts für Immobilienwirtschaft an der Universität Regensburg. Die Wohnungsmärkte sind seinen Studien nach, recht stabil durch die Krise gekommen. Zu Beginn der Pandemie gab es Prognosen denen zufolge Mieten und Immobilienpreise sinken werden:


Professor Tobias Just, Geschäftsführer und Wissenschaftlicher Leiter des IREBS Instituts für Immobilienwirtschaft an der Universität Regensburg

Das ist nicht eingetreten, die Mieten sind leicht gestiegen, die Preise für Immobilien sind deutlich gestiegen viel stärker als wir das vor der Pandemie erwartet hätten. Der wichtigste Grund ist sicher, dass es sehr viel Geld gab, sowohl private Gelder, weil es viel weniger Möglichkeiten gab, Geld auszugeben. Gleichzeitig gibt es sehr viele institutionelle Investoren, die sonst Anleihen oder Aktien gekauft hätten, die alle händeringend nach stabilen Assets suchen.

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Zudem haben sich seinen Worten die Preise auf dem Land stärker entwickelt als in der Stadt. Das habe schon vor der Pandemie gegolten. Städte seien schon immer teuer gewesen, deshalb suchten viele außerhalb von Metropolen, dieser Effekt hat sich durch die Pandemie verstärkt:


Professor Tobias Just, Geschäftsführer und Wissenschaftlicher Leiter des IREBS Instituts für Immobilienwirtschaft an der Universität Regensburg

ein wichtiger Pandemieeffekt war, dass es weniger Zuwanderung gab, das ist aber wohl ein temporärer Effekt. Ein dauerhafter Effekt könnte sein, dass die Menschen mehr Fläche wollten, mehr Garten, Balkon. Das werden sie nicht in den Kernstädten finden, sondern eher an den Rändern und das könnte über die Pandemie hinaus reichen.

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Corona hat aber nicht nur auf die Wohnungsmärkte großen Einfluss, sonder noch viel stärker auf die Arbeitswelt. Hotels und Einzelhändler mussten lange Zeit schließen, Produktionen wurden zeitweise heruntergefahren, zudem leidet die Industrie unter gestörten Lieferketten.


Professor Tobias Just, Geschäftsführer und Wissenschaftlicher Leiter des IREBS Instituts für Immobilienwirtschaft an der Universität Regensburg

Die größte Verwerfung gibt es eigentlich im Gewerbe. Das gilt sowohl für Hotel als auch für den Einzelhandel. Da sehen wir sogar deutliche Preisrückgänge im Bürosektor, da ist es ein bisschen gemischt. Da sehen wir die stabilen Lagen, die sind gesucht; aber in der Peripherie gibt es mehr Bedenken. Da gibt es Zurückhaltung und bei Logistik sind Investoren auf Vollgas.

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Hitze, Dürren, Stürme und massive Überschwemmungen – die Auswirkungen des Klimawandels haben wir in diesem Sommer in Deutschland deutlich zu spüren bekommen. Diese Entwicklungen bringen für die Immobilienwirtschaft große Herausforderungen mit sich, die die Zukunft bestimmen. Auf der einen Seite geht es um energetische Sanierungen, für die milliardenschwere Investitionen notwendig sind. Auf der anderen Seite müssen Immobilien gegen derartige Extremwetter-Ereignisse geschützt werden. Daher steht das Thema Klimawandel auch ganz oben auf der Agenda der Immobilienwirtschaft und wird daher auf der EXPO REAL vielfach diskutiert. Das Competence Center Process Management Real Estate aus Berlin hat dazu eine umfangreiche Studio mit 400 Teilnehmern durchgeführt. Befragt wurden zur Hälfte jeweils Branchenexperten sowie Studenten aus der ganzen Welt. Nach Worten von Prof. Dr. Marion Peyinghaus, der Geschäftsführerin der CC PMRE GmbH ging es vor allem darum, den Klimaschutz nicht nur als Bedrohung anzusehen, sondern auch die Chancen aufzuzeigen, die sich daraus ergeben. Die Ergebnisse sollen den „Nutzer von morgen“ widerspiegeln:

Prof. Dr. Mariona Peyinghaus, Geschäftsführerin Competence Center Process Management Real Estate

was sehr spannend war, dass die Ergebnisse homogen waren, was das Alter und die Region betrifft und es sich lohnt, in den Klimaschutz zu investieren und dass man einen persönlichen Beitrag dazu leisten will. Wir haben gesehen, dass der Mieter bereit ist für den Klimaschutz zu zahlen, eine Mehrmiete akzeptiert; das gilt für den Wohnbereich von 5,2 Prozent, aber auch für den Bereich Gewerbe, hier sind es knapp 7 Prozent.

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Umgesetzt werden können diese Klimaziele auf unterschiedliche Art und Weise, so Peyinghaus:


Prof. Dr. Mariona Peyinghaus, Geschäftsführerin Competence Center Process Management Real Estate

insbesondere die CO2-Neutralität im Betrieb, aber auch bei den Baumaterialien, z.B. Beton. Hier haben wir weltweit einen Co2-Anteil von 8 Prozent, deswegen müssen wir die Bauweisen auf Klimaneutralität umstellen durch Holzbauweisen. Daneben sind weitere Faktoren ausschlaggebend, Hochwasser, Hitze; man möchte nicht mehr zwingend keine Wohnung mehr im Dachgeschoss oder in den Innenstädten, weil man hier eine Überhitzung fürchtet.

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Hier sind dann die Immobilieneigentümer und Investoren gefragt, entsprechend zu reagieren:


Prof. Dr. Mariona Peyinghaus, Geschäftsführerin Competence Center Process Management Real Estate

die Dämmwerte erhöhen, die Verschattungselemente integrieren oder das Thema Grünbewuchs. Alles das schafft Abhilfe vor der Hitze oder Wasserbecken, das ist ein großer Clou von Architekten aus den Niederlanden, weil die haben von einer anfänglichen Bedrohung gesprochen, das Land fällt in Schockstarre, weil der Meeresspiegel das Land überfluten droht; da hat sich der Klimawandel zum Exportschlager entwickelt, weil das Knowhow wie z.B. Leben auf dem Wasser, Pumpentechnologien, kann man exportieren in die ganze Welt, hier hat man ein klares Ertragspotential entwickelt.

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Das sieht auch Frank Schrader so, er ist Bereichsleiter Real Estate Finance bei der Nord LB:


Frank Schrader, Bereichsleiter Real Estate Finance bei der Nord LB

wir haben zum zweiten Mal einen grünen Pfandbrief zertifiziert, die Nachfrage ist bombastisch auf der Anlageseite; wir müssen uns heute schon Gedanken machen, dass wir nachhaltige Gebäude finanzieren wollen, damit wir in 5-7 Jahren einen hohen Prozentsatz von nachhaltig finanzierten Assets in der Bilanz haben, ich glaube, dass die Immobilienwirtschaft durch Energieausweise die ersten sein werden, die messbar im Reporting, in der Außenwirkung hier etwas darstellen können.

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Professor Dr. Matthias Garschagen vom Lehrstuhl für Anthropogeographie der LMU in München beschäftigte sich in einem Vortrag im EXPO REAL Forum mit den Klimawandelrisiken und den Anpassungsmöglichkeiten in Städten. Er betonte, dass der Klimawandel eng mit dem sozioökonomischen Wandel einhergehe. Für die Immobilienwirtschaft fasste er die unterschiedlichen Herausforderungen so zusammen:


Prof. Dr. Matthias Garschagen, Lehrstuhl für Anthropogeographie mit Schwerpunkt Mensch-Umwelt-Beziehungen

der Klimawandel ist eine der Herausforderungen unserer Zeit; wenn der Klimawandel eben nicht gemindert wird, werden uns die Risiken ins unermessliche davon galoppieren, wir werden schnell die Grenzen der Anpassungsfähigkeiten spüren; die ökonomischen Verluste werden so hoch werden, dass das auch für den Immobilienbereich eine unheimliche Hypothek darstellt. Wir sehen, dass der Gebäudesektor eine Schlüsselrolle spielen kann und muss, nicht nur was den Klimaschutz angeht, sondern auch hinsichtlich der Anpassungsfähigkeiten. D.h., wie bekommt man hitzeangepasste Gebäude hin oder auch hochwasserfeste Gebäude. Der Sektor hat auch eine Rolle zu spielen, Risiken zu reduzieren, auch hinsichtlich der Gefahr der Exposition und auch der sozialen Verwundbarkeit. Die Frage ist, ob wir das alles leisten können. Es wird nicht nur an technolgischen und finanziellen Fragen liegen, sondern auch an institutionellen Fragen. Es braucht einen neuen sozialen Vertrag, wie wir diese Aufgabe bewältigen können. Mein Kernargument ist, dass wir das nicht explizit genug führen, zumindest nicht vorausschauend.

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